Hobelmaschinen

Bei Lang- oder Tischhobelmaschinen führt der Tisch mit dem aufgespannten Werkstück die Haupt- oder Schnittbewegung aus. Dabei wird das Werkstück an der Schneide der im Werkzeugschlitten eingespannten Hobelmeißel vorbei geführt. Das am Werkzeugschlitten befestigte Werkzeug führt die Vorschub- und Zustellbewegung aus.

Grundaufbau

In den Führungsbahnen des langen Maschinenbettes läuft der Aufspanntisch. Der von einem oder zwei Maschinenständern getragene und senkrecht verstellbare Querbalken nimmt einen oder mehrere Werkzeugschlitten auf. Oft sind auch seitlich zur Bearbeitung senkrechter Flächen Höhenschlitten untergebracht. Die Werkzeugschlitten besitzen waagrechte und senkrechte Eilverstellungen und tragen die Meißelhalterklappe mit dem Meißel.

Antrieb

In Hobelmaschinen finden entweder mechanische oder hydraulische Tischantriebe ihre Anwendung.
Beim hydraulischen Antrieb erfolgt die Tischbewegung mittels Hydraulikzylinder oder über vier synchron gesteuerte Axialkolbenpumpen durch Verstellung des Förderstroms und der Förderrichtung. Bei sehr großen Hobellängen (über 10 m) werden jedoch ausschließlich mechanische Antriebe verwendet.
Der mechanische Antrieb erfolgt über Zahnräder und Zahnstange, die im Maschinenbett untergebracht sind. Er wird über einen Umkehrmotor (Änderung der Drehrichtung), durch die Umsteuerung von Vor- und Rücklauf herbeigeführt. Die Umsteuerung der Tischbewegung wird durch verstellbare Anschläge, die am Tisch angebracht sind, ausgelöst. Dadurch lässt sich nicht nur die Hublänge einstellen und steuern, auch der ruckartige Antrieb der Werkzeugschlitten ist dadurch regelbar. Vielfach werden auch berührungsfreie Näherungsschalter zum Begrenzen des Tischweges und zum Auslösen der Schaltvorgänge eingesetzt.

Werkstückaufnahme

Das Werkstück wird wie bei vielen anderen Bearbeitungsmaschinen über T-Nuten im Tisch oder in einem Maschinenschraubstock, der auf den Maschinentisch aufgespannt wird, festgespannt. Als Spannzeuge werden genormte Standardspannmittel verwendet. In der Serienfertigung werden auch spezielle Spannvorrichtungen verwendet, die nur einmal auf dem Maschinentisch aufgespannt und ausgerichtet werden müssen. Bei Spezialhobelmaschinen werden oft spezielle, an die jeweiligen Anforderungen des Hobelns angepasste Spannsysteme verwendet.

Werkzeuge und Werkzeugaufnahme

Hobel- und Stoßmeißel entsprechen in ihrer Form und Bezeichnung den Drehmeißeln. Für Schrupparbeiten werden häufig gerade oder gebogene Meißel verwendet, während zum Schlichten vor allem spitze Meißel verwendet werden. Ein Unterschied zu den Drehmeißeln besteht nur im etwas größeren Freiwinkel und den meistens stärkeren Schaftquerschnitten.
Zur Werkzeugaufnahme dienen bei Standardmaschinen die Meißelklappe, die zur Schonung der Werkzeugschneide während des Rückhubes vom Werkstück abgehoben wird. Dies kann je nach Arbeitsaufgabe durch eine Schwenkbewegung der Meißelklappe oder durch eine senkrecht abhebende Meißelaufnahme geschehen. Auf Hobelmaschinen mit starkem Tischantrieb können auch Mehrfachmeißelhalter eingesetzt werden. Diese können außerhalb der Maschine bestückt und eingestellt werden. Der Werkzeugaustausch erfolgt hier komplett mit dem Mehrfachhalter. Durch diese Mehrfachbearbeitung können die Nebenzeiten (unproduktiver Stillstand einer Maschine) verkürzt werden. Auch Revolver-Werkzeughalter, Schnellwechsel-Werkzeughalter oder ähnliche Aufnahmesysteme finden in Hobelmaschinen ihre Anwendung.

Bauarten

Einständer-Hobelmaschinen bestehen aus einem einseitig offenen Gestell, dessen höhenverstellbarer Ausleger im Bedarfsfall mit einem abnehmbaren Hilfsständer abgestützt werden kann. Diese Maschinen werden bevorzugt zur Bearbeitung sehr großer Werkstücke (z. B. im Maschinenbau) eingesetzt.

Zweiständer-Hobelmaschinen (Langhobelmaschinen) weisen aufgrund ihrer geschlossenen Bauweise eine höhere Steifigkeit gegenüber den Einständer-Hobelmaschinen auf. So kann der Querbalken, je nach Bearbeitung, mit mehreren Werkzeugen ausgerüstet werden. Bei größeren Maschinen können auch an den Ständern Werkzeugsupporte angebracht werden.

Kombinationen von Hobelmaschinen mit Fräs- oder Schleifmaschine werden manchmal zur Reduzierung der Nebenzeiten eingesetzt. Dabei wird an diesen Maschinen am Querbalken zusätzlich zu den Werkzeugsupporten noch eine Fräs- oder Schleifeinheit angebracht, um auch Flächen bearbeiten zu können, die für den Hobelmeißel alleine nicht erreichbar wären.

Blechkanten-Hobelmaschinen sind oft im Stahl- oder Schiffsbau im Einsatz, um Schweißkanten an Blechen zu bearbeiten. Diese äußerst großräumigen Maschinen sind mit entsprechend dimensionierten Vorrichtungen zum Spannen und Bearbeiten von schweren Stahlplatten versehen. Der Werkzeugsupport ist am Maschinenbett verfahrbar.
Spezial-Hobelmaschine zur Bearbeitung von Weichenbauteilen: Der Maschinentisch besteht aus vielen Spannhebeln, die zum Fixieren der zu hobelnden Gleisprofile dienen. Diese Langhobelmaschinen werden auch heute noch, vor allem bei der Deutschen Bahn AG, zur Spezialbearbeitung und dem Hobeln von Gleisteilen und Weichenzungen eingesetzt.

Kopierhobelmaschinen greifen über einen ausgeklügelten Mechanismus die zu hobelnde Formgebung an einem Musterstück ab und hobeln die Konturen als Kopie in das eingespannte, entsprechend vorbearbeitete Werkstück ein. Dieses Verfahren ist schnell sowie äußerst maß- und formtreu.

Abmessungen

Die Hobellänge, als das Hauptkriterium bei der Dimensionierung von Hobelmaschinen, ist meist um 500 oder 1000 mm gestuft. Je nach Größe und Typ werden Maschinen von 1 bis 30 m (!) gebaut. Aber auch Maschinen mit Sonderabmessungen oder für individuelle Aufgaben werden von Herstellern auf Wunsch jederzeit gefertigt.