Drehen 

Drehen ist ein Zerspanverfahren, bei dem die Schnittbewegung vom Werkstück und die Hilfsbewegung (Vorschub und Zustellung) vom Werkzeug ausgeführt werden. Vorschub und Zustellung werden bei den meisten Drehmaschinen mittels Längs- und Querschlitten erzeugt. Das zum Drehen verwendete Werkzeug, der Drehmeißel, hat nur eine Hauptschneide. Einfache Drehteile erhalten ihre Form durch eine Vorschubbewegung in Richtung der Drehachse oder senkrecht dazu. Die zugehörigen Verfahren werden benannt nach der Richtung der Vorschubbewegung, die während der Bearbeitung abläuft (Längs- oder Plandrehen). Die Kontur des Fertigteils entsteht durch mehrere Schritte. Die Zustellung erfolgt dabei vor jedem Schritt außerhalb des Werkstücks. 

Längsdrehen: Beim Längsdrehen bewegt sich der Drehmeißel parallel zur Werkstückachse, in der Regel von rechts nach links. Es wird meistens angewandt, um einem zylindrischen Werkstück ein bestimmtes Durchmessermaß zu geben. 

Plandrehen: Beim Plandrehen bewegt sich das Werkzeug senkrecht zur Werkstückachse. Es wird angewandt, um eine Endfläche oder einen Ansatz am Werkstück zu bearbeiten. Die Bewegungsrichtung des Werkzeuges ist abhängig von der Bearbeitung, der Schneidenform, der Stellung des Werkzeuges selber und nicht zu letzt der Form des Werkstücks (Hohlteil, Vollteil). Beim Schruppen wird eine Bewegung am Werkstück von außen nach innen, beim Schlichten von innen nach außen, bevorzugt. 

Stechdrehen: Beim Stechdrehen bewegt sich das Werkzeug senkrecht oder parallel zur Werkstückachse. Die Kontur entsteht meist durch einmaliges Stechen auf Fertigtiefe. Beim Stechdrehen wird darüber hinaus in Einstechen, Abstechen und Ausstechen unterschieden. Das Einstechen wird dabei hauptsächlich angewandt, um eine Nut bestimmter Form, z. B. Nuten für Gewindeausläufe, zu erzeugen. Wenn die Nutform gerade ist und parallel zur Werkstückachse verläuft, dann ist die gesamte Breite der Hauptschneide des Stechdrehmeißels im Einsatz. Der Eckenwinkel beträgt somit 90°. Wenn man ein fertig bearbeitetes Werkstück von der Stange abstechen will, geschieht dies mittels des Abstechverfahren. Im Gegensatz zum Einstechen ist beim Abstechen die Hauptschneide zur Werkstückachse geneigt. Der Eckenwinkel des Abstechstahls ist kleiner als 90°. Dadurch entstehen am Werkstück zwei verschiedene Zapfendurchmesser (d1, d2). Dies hat zur Folge, dass in der Endphase des Abstechvorgangs das am kleinen Zapfendurchmesser hängende Teil ohne Restzapfen abbricht. Das Ausstechen wiederum ist ein Stechdrehen, bei dem die Vorschubrichtung des Stechdrehmeißels parallel zur Werkstückachse liegt. Es wird z. B. angewendet, um aus einer Platte eine große Scheibe herauszutrennen oder zur Herstellung von Nuten an Stirnflächen. 

Formdrehen: Beim Formdrehen hat die Hauptschneide des Drehmeißels genau die am Werkstück zu erzeugende Form. Die Form wird in der Regel im Einstechverfahren in das Werkstück eingebracht. So erzeugte Werkstücke bezeichnet man auch als Formdrehteile und die speziellen Werkzeuge als Formdrehmeißel. 

Kegeldrehen: Kegeldrehen ist ein Langdrehen, bei dem sich der zu erzeugende Durchmesser stetig ändert. Es wird vor allem angewandt, um konische Wellen zu erzeugen. 

Gewindedrehen: Gewindedrehen ist ein Langdrehen, bei dem der Vorschub der Steigung des zu erzeugenden Gewindes entspricht. An der Drehmaschine wird der zum Gewindeschneiden erforderliche genaue Vorschub durch die Leitspindel und das Vorschubgetriebe erzeugt. Das Werkzeug zum Gewindedrehen ist der Gewindedrehmeißel. 

Wälzdrehen: Wälzdrehen ist Drehen mit einer Wälzbewegung als Vorschubbewegung zur Erzeugung von rotationssymmetrischen oder schraubenförmigen Wälzflächen (z. B. das „Rändeln“, bei dem auf die Oberfläche von zylindrischen Griffstücken eine Profil zum besseren Halt eingedreht wird).