Drehmaschinen 

Das Drehen ist schon seit dem Altertum bekannt. Damals erfolgte der Antrieb über einen Schnurzug, welcher nur die Leistung zur Bearbeitung von Holz und ähnlich weichen Materialien zur Verfügung stellte. Das Drehen von Metall wurde erst mit der Erfindung der Dampfmaschine 1765 durch James Watt ermöglicht. Der Engländer Henry Maudslay konstruierte die erste Metalldrehmaschine mit Werkzeugschlitten und setzte sie im Jahre 1794 in die Tat um. Knapp 25 Jahre später, 1820, wurde sie in Serie produziert. Der Grundaufbau von Drehmaschinen hat sich seitdem nicht sehr entscheidend verändert. Jedoch hat sich die Vielfalt der Drehmaschinentypen, die in der Industrie eingesetzt werden, vergrößert, um einen wirtschaftlichen Einsatz über einen weiten Bereich fertigungstechnischer Anforderungen zu ermöglichen. Die Universaldrehmaschine ist in Betrieben mit Einzel- und Kleinserienfertigung die am häufigsten vertretene Fertigungsmaschine überhaupt. Zu den Universaldrehmaschinen werden sowohl die handbedienten Leit- und Zugspindel-Drehmaschinen als auch universell einsetzbare, programmgesteuerte Drehmaschinen gerechnet. Um eine Drehmaschine möglichst vielseitig einsetzen zu können, müssen möglichst vielfältige Werkstückformen fertig bearbeitbar sein, der Bearbeitungsbereich sollte von der Schwerzerspanung bis zum Feindrehen mit hoher Fertigungsqualität reichen und die Fertigungskosten sollten dabei für ein möglichst großes Teilespektrum niedrig sein. Alle Drehmaschinen sind im Grunde ähnlich aufgebaut. Auf einem massiven Untergestell befindet sich das Drehmaschinenbett, das sozusagen die Arbeitsfläche der Maschine bildet. Der Antrieb (meist Elektromotor) versetzt die Spindel in Rotation. Die spanende Schnittbewegung führt dabei das Werkstück durch Rotation aus, das mit einer Vorrichtung in die Spindel gespannt wird, während das Schneidwerkzeug (Drehmeißel) fest auf den Werkzeugschlitten gespannt ist und kontinuierlich einen Span abnimmt, indem der Schlitten längs sowie quer zur Rotationsachse des Werkstücks entlang der zu bearbeitenden Fläche bewegt wird. Die Drehzahl ist frei einstellbar und richtet sich nach Material und Größe des Werkstückes sowie Werkzeug und Art der Bearbeitung. Als Faustregel kann gesagt werden, dass die Drehzahl klein ist, wenn das Werkstück groß und eher weich ist, während große Drehzahlen bei harten Materialien (z. B. Stahl bei Metallen oder Hartholz beim Drechseln), spanungsintensiven Arbeitsgängen und eher kleineren Werkstückdimensionen angebracht sind. Als zweites Kriterium der Bearbeitung ist der Vorschub zu erwähnen, dass heißt, die Geschwindigkeit, mit der die Schneide auf dem Werkzeug in das rotierende Werkstück eindringt.